Michi's Trailsiealbum

Dalmacia Ultra Trail 2018

20. Oktober, 7:30 Uhr morgens, es ist viel zu warm für Oktober, ich sitze in einem Bus, um mich herum Menschen in leuchtender Kleidung die in verschiedenen Sprachen aufgeregt auf sich einreden. Der Motor startet, unsere Sitze vibrieren und kurz darauf fahren wir entlang der kroatischen Adriaküste nach Markaska zum Start des sogenannten Sea DUT, der Strecke des Dalmacija Ultra Trails (DUT), deren größter Teil an dieser verkarsteten Küste entlang führt. Nach 52,6 Kilometern und 2326 Höhenmetern hoffen wir wieder hier am Strand von Omis dem Zielort anzukommen. Ebenso wie die Läufer des Sky DUT (160km) und des Mountain DUT (103km), die schon seit gestern auf der Strecke sind und gerade in den Sonnenaufgang laufen. Die Nacht war kalt, jetzt sind es angenehme 16 Grad und später wird uns allen die Hitze noch ziemlich zu schaffen machen auch den Läufer des River DUT (21km), die heute Mittag noch starten werden.

Nach 45 Minuten im Bus erreichen wir den Hafen von Markaska, den wir pünktlich um 9 Uhr durch den Startbogen verlassen. Die ersten Höhenmeter ließen nicht lange auf sich warten und schnell änderte sich der Untergrund von Asphalt der typisch engen Gassen zu feinsten steinigen Trails. 200 Trailrunner aus 23 Nationen liefen, gingen, stiegen Höhenmeter für Höhenmeter dem höchsten Punkt des Laufes entgegen und legten auf den ersten 14 Kilometern ca. ein Drittel der gesamten Höhenmeter zurück. Ab der ersten Verpflegungsstation in dem kleinen Ort Makar durften wir Stöcke einsetzten, die zumindest auf einfachem Terrain eine gute Kletterhilfe waren. Die Sonne hatte mittlerweile den Himmel übernommen und jede kleine Wolke besiegt und ihr stiegen wir nun kontinuierlich entgegen. Die brennenden Beine freuen sich auf den anstehenden Downhill und dann auf dem höchsten Punkt der Strecke plötzlich einer dieser Momente die unseren Sport ausmachen, für die sich immer alle Strapazen lohnen, plötzlich liegt sie vor uns, die Adriaküste in ihrer ganzen Schönheit im türkisem Blau. In 14 Kilometern werden wir genau da unten entlang laufen am Strand von Brela.

Der Downhill beginnt leicht auf breiten Wanderwegen im schattigen Wald und wird gegen Ende auf verblockten Gelände etwas anspruchsvoller, bevor wir nach einem weiteren Anstieg entlang der gepflasterten Strandpromenade zwischen den fragenden Gesichtern der Badeurlauber entlang flanieren … ähhhh … laufen. Die Hälfte der Strecke ist geschafft, die Hälfte der Höhenmeter auch doch spätestens hier wird uns klar, dass der zweite Teil in dieser Hitze uns noch einiges abverlangen wird.

Darauf mussten wir nicht lange warten. Die Steilküste vor Pisak, ein Bild wie aus einem Reisekatalog, vor uns das Meer, in der Ferne die Silhouetten der kroatischen Inseln, hinter uns die letzten Steilwände des Biokovo-Gebirges, jedoch kein Schatten, kein kleiner Bach der für Abkühlung dienen könnte. Beschwerlich und langsam, Schritt für Schritt retten wir uns zur nächsten Verpflegungsstation. An den verschiedenen Stationen hat es an Nichts gefehlt. Getränke, Früchte, Süßigkeiten und sogar selbst geschmierte Brote mit Marmelade. Für die Zeitmessung werden hier die Startnummern in das Zeitmesssystem eingetragen und die Zeiten sind sofort online. Gegen Ende der Strecke werden die Wege immer breiter, was zumindest meinen müden Beinen ganz gut tut. Allerdings lässt die Konzentration langsam nach, was die Orientierung wurde zunehmend schwerer macht. Zwar ist die Strecke mit Flatterbändern gut markiert, dennoch gibt es einige Schlüsselstellen, die erschöpfungs bedingt leicht zu übersehen sind. Doch so kurz vorm Ziel lassen wir uns die Laune nicht verderben. Bei der letzten VP schnell noch unter einem Wasserhahn abkühlen und dann auf gut laufbauren Terrain weiter nach Omis.

Der letzte Downhill, unzählige Stufen vereinzelt durch Hinterhöfe hinunter Richtung Strand, Richtung Zielbogen, dort wo wir vor ein paar Stunden an einem viel zu warmen Oktobermorgen losfuhren, dort treffen wir uns nun alle wieder. Wir sind geschafft, gezeichnet aber glücklich diesen wunderschönen Trail in so außergewöhnlicher Landschaft gelaufen zu sein. Der DUT mit seinen jungen 3 Jahren ist sehr gut organisiert und gehört mit zu den schönsten Trails, die ich bisher gelaufen bin. Am Sonntag durften dann noch mal die Kids ran und eine Runde am Strand laufen, bevor die Sieger der 4 Distanzen geehrt wurden.

michi • 11. November 2018


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