Sport frei Michi

Cappadocia Ultra-Trail 2017 …

… offizieller Saisonabschluß von Michi’s Laufsaison und wie sagt man so schön: „Das Beste kommt zum Schluß“

Kappadokien, UNESCO Weltkultur- und Naturerbe, weltberühmt für bizarre Steinformen und die in das Tuff gegrabenen Höhlen. Wer noch nicht hier war sollte das auf jeden Fall nachholen und wenn dort ein Läufchen drin ist, umso besser. Die Ultra-Trail World Tour war der Gastgeber des Läufchens und Andreas & Michi standen auf der Gästeliste. Gelaufen wurden 60k, 30k & 110k und mit 1665 Startern aus 63 Ländern wurde bereits vor dem Start ein Teilnehmerrekord gefeiert.

Lagerfeuer vs. Startplatz

… and the Winner is: Lagerfeuer. Es ist eben doch schon Oktober und doch schon eher kalt zumindest bei diesen frühen Ultra-Startzeiten. Die Lösung war die zweite Reihe an der Feuerschale, zum Laufen hatten wir ja noch genug Zeit. Der hellblaue Himmel über der wundervollen Kulisse des Startbereiches lies die Vorfreude auf einen schönen Herbsttag steigen. Läufer sind aber auch nur Menschen, daher meckerten wir zitternd, dass es später bestimmt zu warm wird. Um 9 Uhr ging es dann für die 665 Läufer unter hunderten von Heissluftballons am Himmel auf auf die 60 & 110k …

Die Strecke

… führte von Ürgup durch das „Uzengi Valley“ nach Orthaisar. In den Tälern war ich echt froh, dass ich Armlinge dabei hatte – Oktober !!! – ansonsten war T-Shirt und Laufshorts völlig ausreichend. Die Strecke ist landschaftlich das Schönste, was ich bis dato gelaufen bin. Kappadokien besticht nicht nur durch ungewöhnliche Tuffgesteinsformen, die Täler, Hügel und die Dörfer sind einfach wunderschön. So auch das Dorf Ibrahimpasa, in dem nach 10 Kilometern und 280 Höhenmeter der erste Verpflegungspunkt war. Kurz zuvor habe ich noch Tanya kennengelernt, ein laufverrücktes, hannoveranisches Energiebündel, was auf der 110k Strecke unterwegs war. Wir haben uns sofort verstanden, sind bis zum VP1 gemeinsam gelaufen und haben zusammen mit Christian, ihrem Freund, noch ein paar schöne Stunden nach dem Lauf gehabt. Bei der ersten Verpflegungsstation gab es für mich nur ein kleines Stück Schokokuchen und schon ging es weiter in Richtung Uchisar und wieder Staunen, Staunen, Staunen. Kurz vor VP2 durchliefen wir eine Art botanischen Garten, der terrassenförmig angelegt und in das Dorf mündete. Danach wieder hinunter und hinein ins „Love Valley“, ein Tal dessen spezielle Steinformationen vermutlich nicht ganz unschuldig bei der Namensgebung waren ;-). Das nächste Ziel war das Zentrum Kappadokiens, die Stadt Göreme mit Verpflegungspunkt 3 … Halbzeit. Nach einem kurzen Stop um die Getränke aufzufüllen liefen und kletterten wir durch eine Art Canyon, dessen Tuffwände sich meterhoch neben uns auftürmten. Als er uns wieder freigab, hatte das Gestein um uns herum eine leicht rötliche Färbung. Wir waren im „Red Valley“, das aufgrund der im Gestein gebundenen Mineralien rot in der Sonne leuchtet … Staunen, Staunen, Staunen. Nach Tiefen, kommen auch wieder Höhen und schon ging es wieder „hoch“ hinaus. Richtung Cavusin führte uns der Trail viele Kilometer an der Flanke eines beeindruckenden Berges entlang und ich kam mir als wäre ich irgendwo in Colorado. In Cavusin angekommen, brach beim VP4 dann plötzlich Hektik aus. Mein Verfolgerin wollte wohl etwas schneller die Verpflegung aufnehmen und musste mehrmals um mich herumlaufen, während ich genüßlich das ein oder andere und andere Stück Schoki gegessen habe. Sie hatte eine ganze Entourage dabei und musste fast nichts selber machen ausser um mich herum rennen – sehr beeindruckend. Ich war offensichtlich auf das Führungsfeld der Frauen aufgelaufen. Die Helfer an der Verpflegung empfahlen viel Wasser mitzunehmen, auch wenn der nächste VP nur 6,3 Kilometer entfernt ist. Kurz darauf wusste ich auch warum, der letzte größere Anstieg hatte es wirklich in sich. Wir alle mussten noch mal alle Kräfte mobilisieren oder das was nach einem Marathon mit 1200 Höhenmeter eben noch übrig war. Das nächste Zwischenziel war das Dorf Akdag. Ab hier wurde für mich jeder Kilometer zur Qual und dauerte eine gefühlte Ewigkeit, ich hatte im letzten Anstieg wohl etwas zu viel Körner gelassen oder beim letzten VP zu wenig Schocki gegessen. Wie gut, dass es nur noch 11 Kilometer bis Ürgüp waren. Dort bin ich nach 7:05:52h als 27. von 303 Finishern mit einem dicken Grinsen ins Ziel gelaufen.

Bilder sagen ja bekanntlich mehr als 1000 Worte und das hoffentlich auch wenn sie etwas verwackelt sind … klickt auf um die Videos zu starten

Die 60 Kilometer sollen angeblich die schönste Strecke des Cappadocia Ultra Trail sein und ich glaube, dass das auch stimmt. Sie verläuft entlang oder durch oder über die schönsten Flecken Kappadokiens, von denen einige bei den 30 Kilometer ausgelassen werden. Beispielsweise die letzte Streckenschlaufe durch und über den Canyon war ein unvergessliches Highlight, welches die Kurzdistanz ausgelassen hat. Laut vieler 110k-Läufer waren die letzten 50k nicht so schön wie der erste Teil der Strecke und hatten den Charatker einer Kilometer-Beschaffungs-Maßnhame und einer staubigen dazu.

Ausrüstung

Die Pflichtausrüstung wird bis auf jedes kleinste Ausrüstungsstück genau vom Veranstalter geprüft. Es lässt auch keiner mit sich reden. Wenn man beispielsweise damit argumentiert, dass es während des Starts bereits hell ist, die Cut-Off Zeit auch im Hellen liegt und daher eine Stirnlampe nicht sehr viel Sinn macht und man sie deswegen in Deutschland gelassen habe. Findet man sich ein paar Minuten später beim Händler wieder und kauft Stirnlampe Nummer 4. Andreas hatte seine Trailschuhe im Hotel gelassen und selbst diese mussten wir holen. Stöcke haben wir daheim gelassen, was bei dem „flachen“ Gelände auch genau die richtige Entscheidung war.

Verpflegung

Für die 60k hatte ich 5 PowerBar-Gels (ich muss mir langsam mal Alternativen suchen), 1 Packung Clif Blocks, 1 Liter Maurten Drink Mix im Schlauch und zwei Flasks mit Wasser dabei. Daher habe ich an den Verpflegungsstationen nicht viel aufgenommen (Schokolade gilt nicht) und auch nicht darauf geachtet was es im Detail gab. Es war allerdings mehr als genug an Früchten, Kuchen, Süßigkeiten und Getränken und es gab keinerlei Beschwerden.

Das Ende

… #SportFrei

michi • 4. Dezember 2017


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