Sport frei Michi

Mal kurz von Prag nach Nürnberg laufen …

….warum eigentlich nicht?

Was eigentlich wie eine total verrückte Idee klingt, ist in der Praxis ein wirklich geiler Lauf und ein ganz besonderes Erlebnis, welches ich jedem Lauf-Fan mit großer Begeisterung ans Herz legen kann. Michi hat über Facebook & Co gerufen und ein bunter Haufen von Läuferinnen und Läufern hat sich gemeldet, um den Laufclub21 zu unterstützen und wodurch die Staffel21 entstanden ist, deren Kapitän ich sein durfte.

32 Etappen mit insgesamt 324 km waren mit 14 begeisterten Läuferinnen und Läufern gut zu organisieren und so konnte jeder nach seinem aktuellen Fitnesstand mitlaufen. Von einer bis zu FÜNF :-O Etappen war für jede und jeden etwas dabei und wir waren uns schon beim ersten Treffen in der Bar Celona Finca einig, wir laufen „just for fun“ und genießen diesen Event ohne großen Druck. Was wir mit dieser entspannten Einstellung gerissen haben,…. dazu später mehr 😉

Los ging´s Richtung Prag am Freitagnachmittag. Gegen 15 Uhr haben Theresa, Michi, Jörg und ich, erst mal getestet wieviel Gepäck in einen Renault Clio passt (mit Geschick passt ALLES rein☺) und dann düsten wir los, bei super Wetter und großer Vorfreude auf das gemeinsame Abendessen mit einigen Läufern der Consorsbank-Staffel.

Carbo Loading am Vortag des Wettkampfs ist ja obligatorisch. Da hat aber jeder so seine eigene Vorstellung, was genau darunter zu verstehen ist, wenn man sich die gut gefüllten Teller mit Gans/Ente, Schnitzel, Steak usw. angeschaut hat. Einigkeit bestand aber darin, dass mit ein paar Bier auf jeden Fall die richtigen Kohlenhydrate aufgefüllt werden.
Um gut zu verdauen musste noch ein Absacker in einer coolen Bar genommen werden. Dabei haben wir sogar noch einige Läufer von anderen Teams, wie Capgemini und dem Ausrichterteam, getroffen. Ein paar Hartgesottene haben dann noch Carboloading+++ in der HardRock-Kneipe „Hells Bells“ gleich unter unserem Hotel betrieben. Trotzdem waren alle topfit und pünktlich am nächsten Morgen an der Frühstückstafel gesessen und haben ein ausgiebiges Sportlerfrühstück genossen. Was uns da für 6 Euro kredenzt wurde, ließ keine Wünsche offen.

Die Spannung stieg und so zogen wir los, um vor 12 Uhr auf dem Platz vor dem Rathaus die anderen Teams zu treffen. Da in diesem Jahr sieben!!! Staffeln angetreten sind, war die Neugierde auf die Konkurrenz bereits sehr groß. Nach einigen Willkommensworten vom Ausrichterteam und von der ersten Tschechischen Staffel, die am VCR teilnahm, warteten alle auf die 12 Glockenschläge der berühmten Rathausuhr, die den Start unseres Abenteuers einläuteten.

Dann ging es gemeinsam in Richtung Karlsbrücke, auf der wir etwas verwundert von den Touristen bestaunt wurden. Ab jetzt gab es kein Zurück mehr, sondern nur noch „Vorwärts“ Richtung Nürnberg. Die Gedanken waren im Speziellen auf die nächste selbst zu laufende Etappe gerichtet. Trotzdem wurde jeder Läufer beim Start unterstützt und beim Ankommen von allen Teilnehmern herzlich begrüßt. Wenn dieser Rhythmus der Etappenwechsel begonnen hat, ist man voll im Bann des Via Carolina und taucht in ein Adrenalinbad ein, welches einen durch den ganzen Event trägt. Gregor war unser Startläufer und hat uns gleich auf den zweiten Platz gebracht. Seine Freundin Kerstin hatte die dritte Etappe übernommen und die Beiden sind jeweils fünf Etappen für uns gelaufen und haben sich dabei sogar noch gegenseitig mit dem Fahrrad begleitet. Eine tolle Leistung, dieses sehr fitten und ganz frisch verliebten Pärchens. Zum Glück wurde dieses „Doping“ nicht entdeckt ☺

Die zweite Etappe wurde vom Laufcrack Andreas M. übernommen, nicht zu verwechseln mit dem Freizeitläufer Andreas F. (mir ;-)) Andreas M hat sich bei seinen vier Etappen ordentlich ins Zeug gelegt und hat dabei auch die Königsetappe über die Grenze nach Tillyschanz in einer top Zeit gemeistert. Bei der vierten Etappe durfte ich selbst ran und konnte dank der tollen Radbegleitung durch Michi innerhalb des Zeitlimits bleiben – um 12 Sekunden ☺ – und konnte somit noch mein Ziel erreichen, mit Theresa abzuklatschen, die jetzt an der Reihe war.  So ging es die nächsten Stunden Schlag auf Schlag und um 22 Uhr hatte dann Jörg seinen ersten Via Carolina-Start und gleichzeitig seine Nachtlauf-Premiere, die er hervorragend gemeistert hat. Susanne von den Running Angels hat ihre Etappe an Norbert abgetreten, der uns sogar einen Etappensieg erlaufen hat. Vielen Dank an diesen tollen Gastläufer. Gregor, Kerstin, Andreas M und ich haben die Nachtetappen vervollständigt, bis dann um kurz nach 7 Uhr morgens Michi seine Strecke von Moosbach nach Vohenstrauß mit einem Etappensieg gekrönt hat.

Von Vohenstrauß bis Hartmannshof haben dann Heike, Sybille, Heiko, Florian und Uwe übernommen und unsere Staffel21 Vorne im Feld gehalten. Von diesen Läufen kann ich nicht im Detail berichten, da wir die Pause genutzt haben, um nach Eslarn zurückzufahren und uns in der Turnhalle ein paar Stunden aufs Ohr zu hauen. Von dort aus ging es weiter nach Neukirchen, wo wir leider den Etappenwechsel verpasst haben, da wir mit dem Auffüllen der Kohlenhydratbestände beschäftigt waren. Ab Hartmannshof waren wir wieder mitten im Geschehen und konnten den Einlauf von Heiko miterleben. Für mich persönlich eines der Highlights des diesjährigen Via Carolina, da Heiko nur ein paar Monate nach einem Schlaganfall zu einem bravourösen Lauf angetreten ist.

Jetzt konnten wir Nürnberg und den Hauptmarkt schon spüren und Gregor und Kerstin haben beide bei ihrer 5. Etappe nochmal alles aus ihren Beinen geholt. Genau wie Andreas M., der bei seinem Lauf nach Behringersdorf auf den letzten Meter erfolgreich um den Etappensieg gespurtet ist. Respekt! Die Schlussetappe hat Annalena, die Tochter von Susanne, übernommen und uns dabei den dritten Platz gesichert.

Wir haben es mit einer tollen Mannschaftsleistung und einem phänomenalen Teamspirit aufs Treppchen geschafft. Das war das Sahnehäubchen auf einem tollen Erlebnis und einem außergewöhnlichen Laufevent. Vielen Dank an alle Mitglieder der Staffel21, die während der zwei Tage zu neuen Lauffreunden wurden.

Ich kann es nur empfehlen, dies auch einmal zu erleben und wie Michi jetzt sagen würde: #SportFrei

Andreas Flierl • 31. August 2017


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