Sport frei Michi

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Scott Rock the Top 2017 …

… da stand ich also, an diesem Samstagmorgen kurz vor 7:30 Uhr und hörte den Countdown. Jene, die nicht in sich gekehrt ruhig auf den Startschuss warteten, zählten laut mit.  „Sechs“ … der Ehrwalder Martinsplatz war gefüllt mit ca. 341 Läufern … „Fünf“ … umrungen von den Bergmassiven des Wettersteinsgebirges … „Vier“ …  unsere Vorfreude, unsere Ungewissheit, unsere Anspannung stand in unseren Gesichtern und wir wollten nur noch auf den Gipfel des höchsten Berg Deutschlands … „Drei … Zwei … Eins“ … Start. Genau in diesem Zeitpunkt trennten uns 16 Kilometer und 2100 Höhenmetern von unserem Ziel. Genau jetzt viel die Anspannung ab, die Vorfreude war vorüber, es ging endlich los, doch die Unsicherheit blieb. Mittags sollten Gewitter aufziehen, die uns das Ziel, wie auch in den letzten Jahren, streitig machen könnten. Viele von uns waren zurückgekehrt, um genau diese offene Rechnung mit dem Berg zu begleichen. Ich selbst war das erste Mal dabei und es war auch mein erster Berglauf.

Auf der Alm da gibt’s koa Sünd …

… also machten wir uns auf von Ehrwald vorbei an der Talstation der Gondel in Richtung Ehrwalder Alm und dann weiter zur Pestkapelle auf, wo sich die erste Verpflegungsstation befand. Laut Höhenprofil sahen zumindest die ersten beiden Kilometer laufbar aus und als genau das stellten sie sich auch heraus. Ich kam schnell in den Tritt und setzte mir kleine Ziele, um so lange wie möglich im Laufmodus zu bleiben. Der nächste Baum, die nächste Anhöhe, die Scheune und obwohl ich jetzt schon meine Beine spürte, kam ich gut voran. Mein Ziel, welches ich sehr irrational festgelegt hatte, war eine Zeit von ca. 3 Stunden. Ich kannte die Strecke vom Wandern und traute mir durchaus zu einige Passagen zügig zu laufen, also versuchte ich mein Tempo in diesen Abschnitten so hoch wie möglich zu halten. Was sich insofern schwieriger als gedacht herausstellte, da es in der Nacht geregnet hatte und die Trails zum Gatterl ziemlich schlammig waren. In übersprudelnder Kreativität dachte ich mir: „bei Schlamm nützt das Profil … nicht VIEL“, zu mehr war ich wohl nicht mehr in der Lage.

Die luftigen Höhen …

.. des Max-Klotz-Steigs und die ersten Meter des Plattsteigs bis hin zur Knorrhütte, sind für mich die schönsten Meter der Strecke. Dort thronen die Berge wie Könige aus Stein vor einem und werden von Wolken umspielt. Ab und an, wenn sie es zulassen, gelingt ein Blick hinab in das Tal zu unserem Alltag, welcher für eine Weile so fern ist. In diesen Momenten, weiß ich warum ich laufe, warum ich genau hier und nirgendwo anders sein will und bin dankbar für jeden Schritt und jeden Augenblick den ich hier genießen darf.

Der Mann mit dem Hammer …

… bereitet diesem Genuss ein unerwartetes Ende. Nach der 2. Verpflegungsstation, der Knorrhütte, hatte ich am Anstieg hinauf zum Zugspitzplatt das Gefühl gegen eine Wand zu laufen. Jeder Schritt wurde zur Qual und jeder Höhenmeter kostete sehr viel Kraft. Da war er also, der berühmte Mann mit dem Hammer und er leistete gute Arbeit, zumindest war er stärker als ich und machte das Erreichen meiner Zielzeit unmöglich. Das Zugspitzplatt habe ich nach 2:42h erreicht und für den letzten Anstieg sollte ich noch 33 Minuten benötigen. Der Regen hatte den unteren Bereich des Weges aufgeweicht und jeder Schritt im Schotter war ein halber Schritt ins Leere. Gegen 10:45 Uhr erreichte ich den Zielbogen, glücklich es geschafft zu haben jedoch enttäuscht über meine Leistung.

Ausrüstung …

… hatte ich die Pflichtausrüstung dabei. In meiner Trinkblase hatte ich 1,5 Liter Wasser, die mehr als ausreichend waren. Ich habe keine Getränke (ISO + Wasser) an den Verpflegungsstationen zu mir genommen – doch eine Cola am Zugspitzplatt. Darüber hinaus hatte ich 3 Gels in meinem Rucksack, die es aber auch an den VPs gegeben hätte. Wenn ich das Rennen wieder laufen würde, würde ich wahrscheinlich das Wasser reduzieren, mir einen Trinkbecher mitnehmen und weniger Gels einstecken.

Ein großes Dankeschön …

… an die Freiwilligen der Bergwacht sowie die Bergführer, die für unsere Sicherheit gesorgt und uns zusätzlich noch motiviert haben. Ein weiteres Großes Dankeschön an die Helfer und das Orga-Team des Laufes, die meinen ersten Scott Rock the Top zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben und an Resi, Marina,  Andreas und Philipp, die ein Teil dieses Erlebnisses sind. Andreas konnte leider wegen einer Verletzung nicht am Berglauf teilnehmen und Marina und Phil haben am Sonntag den Halbmarathon gerockt. Dem Finder meiner Trekking-Stöcke wünsche ich übrigens viel Spaß mit den Litern von meinem Schweiß in den Griffen 😛 und natürlich

#SportFrei

michi • 30. Juli 2017


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Comments

  1. Katrin 31. Juli 2017 - 16:50 Reply

    Und wo ist die Medaille? Wir wollen doch die Medaille sehen.

    • michi 7. August 2017 - 13:38 Reply

      … möchtet ihr ein Bild oder seid ihr nächstes Jahr dabei? 😉

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