Sport frei Michi

IATF2017 – Innsbruck Alpine Trailrunning Festival – K42 Marathon …

… stand dick und fett im Kalender für das verlängerte Wochenende vor dem 1. Mai. Anscheinend nicht nur bei uns, denn der IATF2017 war ausgebucht. Bei solch einem Starterfeld durften Resi, Marina, Alma, Alex, Philipp und Michi im schönen Tirol natürlich nicht durch Abwesenheit glänzen.

Ein buntes Potpourri  …

… gab es für die Trailgourmets. 15k mit 400hm, 25k mit 950hm Höhenmeter aus denen aufgrund der bestehenden Lawinengefahr 27k mit irgendwas über 1000hm wurde, 42k mit 1100hm und den Rundkurs mit 65k und 2100hm. Der 85k Lauf wurde aufgrund der alpinen Gefahren auf die Strecke der 65k reduziert.

Anreise, Startunterlagen & so Zeug …

… erledigten Resi und ich am Samstag. Der Rest der Bande war schon am Freitag angereist und musste daher auch nicht schon 5:30 Uhr 🙁 den Wecker an die Wand werfen. Während wir ab Garmisch durch das plötzliche Winterwonderland des Aprils fuhren, hieß es für die 25 Kilometerläufer Alma, Alex & Philipp bereits um 8 Uhr #SportFrei. Zumindest ihr Wecker war vermutlich auch der Wand zum Opfer gefallen. Wir übernachteten im Hotel Schwarzer Adler, was ca. 400 Meter vom Ziel entfernt war. Das Hotel kann ich wirklich empfehlen und das nicht nur aufgrund des kostenlosen Upgrades auf die – Achtung – „Versace-Suite“ (zweistöckig & etwas gruselig, wenn man mit Versace, Diamanten an den Fliessen, Gold/Schwarz-Kombis und einer Menge schwarzen Marmors nicht viel am Hut hat). Geparkt wurde gleich in der öffentlichen Parkgarage daneben und in 5 Minuten waren wir bei der Startunterlagenausgabe, die schnell und problemlos ablief. Von der Pflichtausrüstung wurde lediglich das Medikit kontrolliert.

Ready, Set, …

… hieß es dann spätestens um 11:00 Uhr und ab ging es in den Schuttle-Bussen Richtung Natters. Der Start des Marathons war am Natterer See westlich von Innsbruck, den wir nach gut 20 Minuten erreichten. Der See mit angeschlossenem Campingplatz ist wunderschön gelegen und war auch das 27k Ziel, in das Philipp gerade einlief. Er sah super glücklich aus und hatte einen gelungen Auftakt der Trailsaison. Das Race-Briefing hätte ich mir sparen können, schlechte Akustik in einem zu kleinem Raum.

Währenddessen kamen auch Alma und Alex unter großem Jubel ins Ziel. Für Alma war es der erste Trail und der erste Lauf über die Halbmarathondistanz hinaus. Alex hat sie die ganze Zeit begleitet und sicherlich gut unterhalten. Die beiden haben bei ihrem Zieleinlauf richtig Stimmung gemacht und sind dann gleich mal in die Reihe der 65k-Läufer abgebogen … ergo keine Medaillen 😀 … erstmal, denn die gab es dann im Zielbereich in Innsbruck. Jetzt war ich wohl an der Reihe …

… Go …

… pünktlich um 12:30 Uhr viel der Startschuss. Mein Ziel war irgendwie um die 4:30h die Ziellinie in Innsbruck zu überqueren, was nach der diesjährigen Streckenänderung auf jeden Fall möglich sein sollte. Nach den ersten positiven Höhenmetern, die meinen Puls schon ordentlich torpedierten, ging es bis Kilometer 9 fast nur bergab. „Nur“ meinte mein Kopf, meine Beine waren da anderer Meinung und hatten auch noch aufgrund der Läufe der letzten Wochen die besseren Argumente. Die Vorfreude aufs Gehen beim ersten Aufstieg war also entsprechend groß. Der kam dann auch und es galt nicht ganz 300 Höhenmeter auf ca. 6 Kilometern zu sammeln, also eigentlich genügend, um die Beine etwas zu entspannen. Ich war mehr als entspannungsbereit und voller Vorfreude darauf, dass mein Vordermann ins sehnsüchtig erwartete GEHEN überGEHT. Gleich würde es abGEHEN, doch bei ihm GING gar nichts. Er lief einfach weiter. Auf ihn konnte ich mich also nicht verlassen, andere Argumente mussten her. Da viel mir ein Artikel in der Trail ein. Michael Arend: „… unter 7,5km/h ist Gehen deutlich effizienter“ -> Blick auf die Uhr -> Fenix: „… ätsch, deine Pace ist 6,5 min/km“. Verdammt, keiner auf der Seite meiner Beine und ich weiter an meinem Vordermann dran. Wir passierten viele der Ultramarathoner, die alle lächelten und uns anfeuerten. Schon komisch, die Mädels und Jungs haben schon viel mehr geleistet und feuern uns an. Trailrunning 😉

Oben angekommen war nichts mehr von meinem „Pacemaker“ zu sehen, meine Beine haben geschummelt und sind doch ein paar Höhenmeter gegangen. Die nächsten 10 Kilometer hieß es, bis auf ein paar kleinere Spitzen, Downhill nach Hall also quasi Downhall. Die Verpflegungsstation in Ampass habe ich rechts liegen gelassen, da es nur noch ca. 6 Kilometer bis ins Tal waren und dort schon die nächste Aid-Station auf uns wartete. So nach und nach konnte ich einige Plätze gut machen und schließlich auf meinen altbekannten Vordermann auflaufen. Die Verpflegungsstation in Hall war wirklich malerisch auf dem Burgplatz gelegen. Ein wunderschöner Start für Resi’s und Martina’s ersten 15k Trail. Nach ein paar Nüssen und viel Schokolade ging es an die zweite größere Steigung und ich war heilfroh, dass mein altbekannter laufender Vordermann zum altbekannten gehenden Vordermann wurde, denn zu mehr waren meine Beine nicht mehr in der Lage und selbst beim Bergangehen musste ich einige Plätze lassen. Allerdings mussten jetzt alle kämpfen und ich hatte noch den Musikdoping-Joker im Laufrucksack. Die richtige Musik kann einem wirklich noch mal pushen und so kam ich mittelschnell und stetig bis zur letzten Verpflegungsstation und somit zum letzten Downhill.

Ich merkte, dass meine Beine in der Ebene noch ganz gut waren also machte sich die Hoffnung auf Selbiges für den Abstieg breit und … es lief. Meine Zeiten wurden besser und ich konnte sogar noch meinen altbekannten geschafften Vordermann überholen. Die große Hoffnung war, dass ich nicht mehr lange durch Innsbruck laufen müsste. Als mich dann ein Streckenposten-Madl anlachte und sagte, dass es nicht mehr weit sei und sogar mit mir die Straße überquerte (laufend ;-)) war dann alles gut und das Ziel auch schon in Sichtweite.  Am Ende Stand 3:53:23 auf der Uhr und mein Sub4-Ziel, was bereits von Anfang an in meinem Kopf herumgeisterte, war geschafft … Yes

 

Ausrüstung …

… war die Pflichtausrüstung plus eine Laufweste, die ich aber schnell auszog. Saucony Peregrine 6 an den Füßen, welcher genau der Richtige für das Streckenprofil war. Die 11l Liter meines Nathan Vaporcloud Laufrucksackes hätte es nicht gebraucht. Eine kleinere Laufweste ist für die Strecke besser geeignet. Ich hatte zwei Saitenbacher-Riegel („Energie-Bombe“ + „Protein-Riegel“) und zwei Power-Bar-Gels dabei. Wie immer alles Geschmacksache, ich habe bei den Riegeln das Gefühl gehabt, dass sie in meinem Mund mindestens dreimal so groß werden und konnte sie nur mit viel Flüssigkeit zu mir nehmen. Ich hatte 1l Wasser in der Trinkblase und 0,5l Iso in der Flasche dabei. Die Blase habe ich nicht ganz leer getrunken und die Flasche ab Verplegungsstation 3 (Hall) nachgefüllt.

What else …

… zur Entspannung empfiehlt sich am nächsten Morgen das Panoramafrühstück im Restaurant Seegrube auf der Nordkette. Dort gibt es alles was man nach einem Lauf braucht und dazu noch einen wunderschönen Blick auf Innsbruck, die Berge und die Laufstrecke vom Vortag und genügend Zeit, um über neue Abenteuer nachzudenken.

 

Also,

#SportFrei

michi • 9. Mai 2017


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