Sport frei Michi

2

Moritzberglauf: Traditionen sollten gepflegt werden …

… und der 1. Mai steht für revolutionäre Demos auf den Straßen und das nicht nur in Nürnberg, Hamburg oder in Berlin … nein, auch in der sympathische Stadt Lauf, die den großen Metropolen des Landes dabei in Nichts nachstand. Es gab Ordnungshüter, die dafür gesorgt haben, dass die Menge nicht von der vorgegebenen Marschroute abwich. Es gab Sanitäter, die im medizinischen Notfall sofort hätten eingreifen können. Es gab Straßensperren, Feuerwehrlaute und 99 Menschen auf der Straße, die nur ein Ziel hatten: den Moritzberg.

Höhere Gewalt

Am gleichnamigen Lauf wollte ich eigentlich schon letztes Jahr teilnehmen. Die Idee hatte Andreas, ein Freund von mir, mit dem ich schon einige gemeinsame Läufe in den Beinen hatte und der nicht unweit vom Start wohnt. Letztes Jahr war es uns aufgrund von höherer Gewalt – es hat geregnet – uns nicht möglich an den Start zu gehen. Diese Schmach sollte uns heuer nicht mehr zuteil werden, daher wurde sich frühzeitig angemeldet und noch ein anschliessendes Weißwurstfrühstück geplant. An dieser Stelle noch einmal dank an den Organisator 😉 Am Abend zuvor hat sich spontan Martin noch dazugesellt und damit war das Team vollständig.

TeamMoritzberglauf

 

„Alte“ Tradition in neuen Laufschuhen

Der Moritzberglauf wird seit 2008 durch den Ski-Club Lauf organisiert, blickt aber auf eine etwas längere Historie zurück.  Er ist einer dieser familiären Läufe, die ich so sehr schätze, da hier extrem viel Leidenschaft, Handarbeit, Improvisation und Hingabe der ehrenamtlichen Mädels und Jungs vom Ski-Club steckt. Ein großes Dankeschön an alle Organisatoren und Helfer.

Fakten

Während also in Hamburg und Berlin randaliert wurde, suchten 99 Starter am 1. Mai nach einem anderen Ventil für ihre überschüssige Energie. Es galt 360 Höhenmenter auf einer 10 Kilometer langen Strecke zu überwinden und vom fränkischen Lauf auf den Gipfel des 598 Meter hohen Moritzberges zu laufen. Da soll noch einer behaupten, dass es im schönen Frankenländle keine Berge gibt. 😉 Die Strecke führt, bis auf den ersten und den letzten Teil, hauptsächlich auf landwirtschaftlichen Wirtschaftswegen durch Schönberg über Felder:

Knieschmerzen oder: mit Voltaren wird’s schon gehn

Was macht jeder semiprofessionelle Sportler der halbwegs was auf sich hält oder auch nur ernsthaft wirken will. Richtig: Streckenbesichtigung. Konkret für uns Läufer bedeutet das Strecke ablaufen, was wir, ausgerüstet mit genügend taktischem Equipment alias GPS-Devices – ja Plural, eins zum Aufnehmen und eins für die Navigation, auch ab und an tun. Hat man einmal die nötige logistische Meisterleistung vollbracht, ist zusätzlich noch eher aus dem Job gegangen, mit dem Auto angereist und läuft dann noch unter strahlendem frühlingshaften Läuferhimmel, dann … ja dann … ignoriert man auch erfolgreich die Zeichen seines Körpers, der mehrmals darauf hinwies, dass meinem Knie all diese wundervollen Rahmenbedingungen völlig egal sind: es schmerzt und das 2 Tage vom dem Start. Daher war dieser auch bis zur letzten Minute ungewiss und es musste mit dem Wundermittel Voltaren nachgeholfen werden.

StartMoritzberg

Lauf

Am Morgen des Laufs hatte ich dann keine Schmerzen und konnte mit den anderen Läufern pünktlich 10 Uhr starten. Die Strecke ist am Anfang eher flach und steigt kontinuierlich an, bis es am Ende – die Stelle heisst bei Strava: „Hillary Step Moritzberg“ – steil zum Gipfel geht. Meine Strategie war also etwas schneller zu starten, um dann irgendwann meine Pace an die Gegebenheiten und meine verfügbare Luft anzupassen. Allerdings hatte ich die ersten Kilometer schwere Beine und musste daher Kräfte sparen, was nicht unbedingt einer meiner Stärken ist. Daher war es ganz gut, dass ich im letzten Drittel Andreas vom Team Franconia Vertical getroffen habe, der sich bei dem Teamname sehr gut in der Vertikalen auskennen sollte und mich beim finalen Anstieg noch mitgezogen hat. Am Ende wurde ich sogar unter dem Namen „Pablowsky“ 😀 mit 48:29 Minuten Zweiter meiner Altersklasse. Martin ist bei seinem ersten Lauf lächelnd bei 59 Minuten ins Ziel gelaufen und Andreas nach einem harten Kampf nur ein paar Minuten später.

ZielMoritzberg

Also, wer nächstes Jahr keine Lust auf Moltow-Cocktails hat, der sollte mal das fränkische Bier nach dem Zieleinlauf des Moritzberglaufes probieren.

Bis dahin #SportFrei

michi • 5. Mai 2016


Previous Post

Next Post

Comments

  1. Philipp 6. Mai 2016 - 9:02 Reply

    Glückwunsch und gute Zeit. Ist wirklich ein schöner Lauf. Ich hoffe ich bin auch mal wieder dabei. Aber du wirst dafür meinen Innsbruck Artikel lesen dürfen?

  2. michi 6. Mai 2016 - 9:50 Reply

    Hey Philipp, danke. Ich schau schon die ganze Zeit nach Innsbruck-News von dir. 😉 Hoffe dich hat der Trailrunning-Virus gepackt.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published / Required fields are marked *

%d Bloggern gefällt das: