Sport frei Michi

Die Bikinifigur wird im Winter gemacht oder Vertical Up – Teil 2 …

… und Michi ist wieder dabei: Tirol, Kitzbühel, Streif, 860 Höhenmeter, 45 % Hangneigung an der steilsten Stelle, der Ort wo die Elite der Skifahrer mit bis zu 140 Stundenkilometern ins Tal donnert steig ich lieber mit 3400 Stundenmetern auf 😀

One Hell of a Run …

… hieß es wieder am 27. Februar und zur diesjährigen Gaudi stürmten 1500 Starter die Traditionsstrecke am Hahnenkamm hinauf. Zur Erinnerung, es geht nicht die Streif hinunter sonder hinauf, egal wie: Spikes, Langläufer, Tourenski alles erlaubt. Dieses Jahr entschied ich mich für Tourenski und startete in der Rucksackklasse auf der Familienstreif. Auf dieser Strecke sind die „scharfen“ Stellen der Piste durch Umwege etwas entschärft und somit mit Skiern begehbar.

Klingt irgendwie einfacher als es ist und das ist vielleicht auch der Grund, warum dieses Jahr – gefühlt – nicht sehr viele Tourenskigeher am Start waren und daher habe ich mich am Start etwas schwer getan eine entsprechende Gruppe zu finden. In der Rucksackklasse hat der gewonnen, der die Durchschnittszeit läuft und der … Achtung Mathematik … der Betrag der Differenz zur Durchschnittszeit bestimmt deinen Platz. Eins vorweg, ich bin nicht Erster geworden, war aber schneller als letztes Jahr unterwegs.

Einfach Spass haben …

… war Programm, d.h. ich hatte kein spezifisches Training, keine Bergläufe, nicht besonders viele VerticalUpMichiCutHöhenmeter, keine Steps auf dem Stepper in meinem Trainingstagebuch. Es ging für mich wirklich nur darum einfach einen Ski vor den Anderen zu setzen und das so schnell wie es ein muskelbepackter Rettungsschwimmer aus Malibu nur kann. In junger Tradition habe ich an das letzte Jahr angeknüpft und mich für das Motto: „Die Bikinifigur wird im Winter“ gemacht entschieden. Das mit dem Atomafrob war eigentlich nicht so geplant, doch dieses Jahr gab es Helmpflicht und eine Afrobperücke wird zu einem Atomafrob. Dann hätten wir das mit dem Spass geklärt allerdings wurde es nicht so einfach …

… das habe ich gleich am Anfang, also beim Zielschuss gemerkt. Die schnellste Stelle der Strecke, an der die Skifahrer mit bis zu 140 h/km über den Schnee/Eis fliegen, ist prädestiniert zum „Hinfliegen“. Die Piste ist vom Skibetrieb aufgeschoben, d.h. man muss immer zwischen Schneehügel abwechselnd zu eisigen Platten aufsteigen und verliert genau an diesen Stellen den Halt. Drei mal ging es für mich wieder ein paar Höhenmeter nach unten, was für die Leute hinter mir gefährlicher war als für mich selbst. Ich bitte hier noch mal ausdrücklich um Entschuldigung. 😀

Kein Seidla auf der Seidlalm …

StrreckeninfosStreif

… leider (für alle fränkisch Unkundigen: Seidla = Bier). Nach der ersten Schlüsselstelle ging es dann ohne größere Vorkommnisse mit etwas Seitenstechen zur Labestation an der Seidlalm. Dort verteilen die Helfer heissen Tee und halten die Läufer bei Laune. Genau der richtige Punkt für eine kurze Pause und eine Wegauskunft, da ich mir nicht sicher war, ob wir hier letztes Jahr richtig abgebogen sind. Die nette Dame hat mich nur angeschaut, gelacht und gesagt, dass so wie ich aussehe der linke Weg der Richtige sei. Also ganz klar links … doch wieso biegen alle Tourenskigeher nach rechts ab? Da war wieder einer dieser inneren Zwiespalte. Wahrscheinlich geht die Famielienstreif nach rechts, wahrscheinlich wäre ich im linken Hang schneller. Wie war das noch mit dem Spass und so? Ich entschied mich also für den rechten Weg, welcher sich dann wirklich als Familienstreif herausstellte. Zwischendrin habe ich auch einen Läufer des fränkischen Runterra-Teams getroffen, der allerdings auf meine Rufen nicht reagiert hat. Wahrscheinlich hat er nach Hindernissen auf der Strecke gesucht und hatte keine Zeit für ein kurzes Hallo. Es ist aber immer schön Leute aus der Wahlheimat zu treffen.

Die letzen Höhenmeter …

… liessen sogar noch einen Endspurt zu. Okay, ich habe mich natürlich noch einmal verlaufen und bekam von zwei wortkargen Brüdern der Tourenskifamilie den rechten Weg gewiesen. Was gut für mich und schlecht für die Zuschauer an der Mausefalle – insbesondere meine Freundin – war, denn ansonsten hätte ich diese letzte Schlüsselstelle versucht per Tourenski zu nehmen. Ich hätte mich also eingereiht in den elitären Kreis der Armen, die den Hang mindestens zweimal angehen müssen. Einmal mit Skiern, um dann unter tosenden Applaus der Zuschauer zum Ausgangspunkt zurückzurutschen und dann mit Skiern auf dem Rücken und Skistiefeln auf Eis. Vielleicht das nächste Mal, lieber habe ich so kurz vor dem Ziel noch mal so richtig meine Oberschenkel brennen lassen.

Resi stand leider im Hang der Mausefalle und konnte Zieleinlauf Vertical Up 2016mich auf der Familienstreif nicht sehen. Sie hat nur den Moderator über meine tolle Haarpracht reden hören und meinen Atomafrob ins Ziel huschen sehen. Es hat auch dieses Jahr super viel Spaß gemacht und ich bin mir sicher, dass ich nächstes Jahr wieder nach Kitzbühel reisen werde, um am „Hell of a Run“ teilzunehmen.

Bis dahin #SportFrei

P.S. der Mitch Buchannen des Hahnenkamms hat es wieder ins Video geschafft – 1:53

Fotos im Artikel © www.michaelwerlberger.at

michi • 17. April 2016


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