Sport frei Michi

Seenlandmarathon …

… die Sommer/Verletzungspause ist vorbei und nach sehr langen sieben Wochen steht das erste Event an. Nach dieser degenerierenden Zeit der Entspannung, Heilung und Schlemmerei sieht man die positive Kalorienbilanz deutlich der unteren Bauchgegend an und freut sich richtig auf die Kilometer des Seenland-Halbmarathon. Untergehen kann ich mit dem Rettungsring schon mal nicht im Brombachsee, den es per Pedes zu umrunden gilt. Die äußeren

Bedingungen …

… sind perfekt. Läuferwetter, leichte Bewölkung, um die 20 Grad und kein Regen. Die inneren Bedingungen sind eher fetter Läufer. Na ja, ganz so schlimm ist es nicht, allerdings habe ich seit den letzten Wochen keine Kilometer in den Beinen und freue mich schon riesig auf den Muskelkater danach. Das offizielle Ziel ist das berühmte „Durchkommen“, inoffiziell würde ich gerne unter 1:45h den Zielbogen durchqueren. Erspart bleibt mir dieses schlechte Gefühl, was mit der Frage: „Habe ich genug trainiert?“, einhergeht. Nein, ich habe gar nicht trainiert und kann mich somit völlig euphorisch auf  den …

Seenlandmarathon …

freuen. Der Lauf im fränkischen Seenland jährt sich zum 5. mal. Eine wirklich gut organisierte Veranstaltung, bei der für jede Zielgruppe etwas dabei ist. Dieses Jahr starteten insgesamt 2500 Läufer, mit dabei mein Kumpel Robert (siehe Bild), der rennende Frank von „Frank is running“ auf der Marathonstrecke und der Michi. Start für die Halbmarathonis war – Wochenende freundlich – 11 Uhr. Ich habe mich etwas hinter dem 1:45 Pacemaker eingeordnet, meine Playlist gestartet und den Start-Countdown runtergezählt. Die ersten zwei Kilometer führen von Pleinfeld zum Brombachsee, dessen Damm es dann gleich zu erklimmen gilt. Oben angekommen erwartet man eigentlich Gefühle der Euphorie, doch für mich gab es Gefühle mangelnden Motivation. Genau hier eröffnet sich nämlich der Blick über den ganzen See und somit wird man das erste Mal mit dem Vorhaben der nächsten Stunde konfrontiert. Na Klasse und die Beine brennen mir jetzt schon. Denk an etwas anderes, Schritt für Schritt, denn im Ziel war dann – wie immer – alles halb so schlimm. Das Ziel war allerdings genau hinter mir und ich muss erst dieses schier endlose Gewässer umrunden. Da kam die Kapelle am Ende des Damms dann genau richtig und zauberte mir ein Lächeln auf’s Gesicht. Bei Kilometer 5 gab es dann auch die erste Verpflegungsstation mit etwas Wasser und so langsam war ich im Lauf angekommen.

Ich lief also und wartete auf Probleme. Alle Läufer wissen wovon ich rede. Man hört quasi in seinen Körper hinein und stellt ihm die Frage, wann kommt das erste Wehwehchen. Die Zicke war allerdings eingeschnappt und gab mir keine Antwort. Nichts … kein Zwicken, kein Ziehen, kein Drücken. Also lief ich einfach weiter, klar die Zeiten waren jetzt nicht super, aber auch nicht schlecht und im Kopf begannen schon – wie immer – die Hochrechnungen. Wenn man nicht am Limit läuft bleibt sogar etwas Sauerstoff für die Windungen übrig und schon hatte ich 1:40h im Kopf. Also …

Endspurt …

… aber zuvor muss ich mich bei den tollen Zuschauern bedanken und mich bei einem entschuldigen. Stellt euch vor, ihr steht an der Strecke und schaut auf die Uhr um zu prüfen, wann der Ansturm dieser laufenden Spaziergängerbelästiger aufhört, die sich über die hiesigen Wanderwege quälen und somit die Idylle des Sonntagsspaziergang stören.  Ihr hebt also den Arm, schaut auf die Uhr und *patsch* klatscht ein Exemplar dieser seltsamen Spezies euch auf die Hand. Unvorstellbar! Lieber Spaziergänger, aus meiner Perspektive hattest du diesen hochroten Kopf vom vielen Anfeuern dieser elitären Gruppe von Sportlern, die sich vor ihrem Stück Kuchen erst mal die Kalorien verdienen und hast deswegen die Hand für einen respektvollen Abklatsch gehoben. 😉 Die

letzten Kilometer …

… kündigten sich Krämpfe an. Wie passend das gerade jetzt noch der Anstieg kommen musste. In dieser Situation bleibt einem nichts übrig als Schadensbegrenzung, was sich signifikant auf den Robert und Michi im ZielLaufstil auswirkt. Aus einer geschmeidigen Gazelle wird plötzlich eine bleierne Ente, die sich die letzten Meter ins Ziel schleppt. Exakt zu dem Zeitpunkt steht natürlich meine Freundin an der Strecke, die extra noch ein Grüppchen zum Anfeuern motiviert hat. Klasse, go duggy go, aber es geht nicht. Ich watschel bei 1:40h ins Ziel, kurz nach Frank, den ich gleich beglückwünschte. Er ist mit seinen Kindern eingelaufen und hat einen schönen Lauf hinter sich. Danach ging es gleich zurück an die Strecke um Robert auf seinen letzten Meter anzufeuern. Er ist nicht ganz zufrieden mit seiner Zeit. Vielleicht starten wir dieses Jahr noch einmal gemeinsam in Greding. Ich würde mich jedenfalls freuen.

Im Nachhinein kann ich sagen, dass das Streckenprofil eine schnelle Zeit hergegeben hätte. Es gibt nur zwei Anstiege, gleich nach den ersten Kilometern auf den Damm nach Mandlesmühle und dann noch kurz vor dem Ziel der Anhöhe des Pleinfelder Campingsplatzes, ansonsten geht es auf Seehöhe am Ufer entlang. Vielleicht komme ich nächstes Jahr noch mal wieder und dann hoffentlich als Gazelle anstatt Ente.

michi • 4. Oktober 2015


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