Sport frei Michi

Das schöne Kleinwalstertal …

… stand schon länger als Skitourenziel auf meinem Plan. Letztes Wochenende war es dann endlich soweit, mit Anita und Martin ging es ins österreischiche Vorarlberg. Die Wahl des Basislagers aka. Frühstückspension viel auf Mittelberg, da zentral gelegen und perfekt für den Aufstieg auf den Pflichtgipfel Elfer geeignet. Am Samstagmorgen ging es in aller Früh gegen 4:30 Uhr los und bereits 3 Stunden später konnten wir ein kleines Frühstück in Rietzlern geniessen.

Auf dem Plan Stand der Ostgipfel des Elfer, da wir allerdings so früh dran waren, verschoben wir die Tour spontan auf Sonntag und entschieden uns für die sagenumwobene CKWT-Tour, die ich am Abend zuvor am Rechner zusammengeklickt hatte. Beim Namen der Tour habe ich dann meiner ganzen Kreativität freien Lauf gelassen und das kläglich Ergebnis war CrazyKleinWalserTal-Tour, kurz CKWT. Raus kamen 3 Gipfel, ca. 2000hm und 16 km, wofür Outdoor-Active so zirka 11 Stunden veranschlagte und gepaart mit der gemeldeten Lawinenwarnstufe 1, konnte der Tag nur ein Erfolg werden … jedenfalls meiner Meinung nach. 😀 Der Widerstand war überraschenderweise gering, als ich bei Cappuccino den Vorschlag der spontanen Planänderung zum Besten gab.

Die Route führte von Baad auf die Güntlespitze (2092m), dann nördlich zur Pisialpe, um danach über das Steinmandl (1982m) ins Schwarzwassertal zurückzukommen und die Tour mit dem Aufstieg auf das Grünhorn (2039m) zu krönen. So jedenfalls die Theorie, die Praxis …

Was vom ursprünglichen Plan schon mal geblieben ist, war der Startpunkt. Gegen 8 Uhr ging es amÜberschreitung des reissenden Derrenbachs Ende des zivilisierten Kleinwalstertals „Aufi“ Richtung Güntlespitze. Die Sonne hat es wirklich gut mit uns gemeint und heizte uns von Anfang an so richtig ein. Wie gut, dass ich für die paar Stunden auf den Elfer ausreichend Tee eingeplant hatte. Wie schlecht, dass wir jetzt mindesten doppelt so lange unterwegs sein werden und das noch bei Wüsten ähnlicher Sonneneinstrahlung. Aber was macht sie gut im Tee? Sand … nein … Schnee.  Problem also erstmal gelöst. Der Weg auf die Güntlespitze führte uns am Derrenbach entlang und erforderte unterhalb der Spitalalpe kurzzeitig technische Geschick bei den Leuten, die zu faul waren die Skier abzuschnallen 😉 Der weitere Weg war dann ohne größere artistischen Einlagen machbar und gegen 11 Uhr erreichten wir den Gipfel auf dem anstatt ein Kreuz ein Wegweiser stand.

Abenteurer Ab jetzt konnten wir uns nicht mehr auf die technischen Bequemlichkeiten der neuen Alpingeneration stützten. Für die Abfahrt zur Pisialpe und den Aufstieg auf Steinmandl gab es keinen bestehenden GPS-Track. Es war also soweit, ab jetzt konnte das richtige Abenteuer beginnen, der Weg ins Ungewisse, nur der Berg, wir und … die unzähligen Abfahrtsspuren der furchtlosen Abenteurer die auch vor uns ohne GPS diesen Weg ins Ungewisse beschritten. Aus unserem aufregende Wagnis in wilden Gebirgswelten wurde also eine pistenähnliche Abfahrt.

Die 200 Höhenmeter zur Althornbachalpe begannen zu Fuss in einem kleinen Flusslauf, natürlich auf dem direktesten Weg.  So abenteuerlustig waren unsere Vorgänger dann wohl doch nicht. Was an dem Schlamm erst an und dann in den Schuhen gelegen haben könnte. Mimosen !!!

Beim anschliessenden Anfellen, meldete sich so langsam der Wasserhaushalt zurück. Irgendwann wird beim ständigen Nachfüllen von Schnee aus Tee mit Schnee nur noch  Schnee ohne Tee und laut Plan hatten wir gerade mal die Hälfte der Tour. An der Althornbachalpe musste also umpriorisiert werden. Die Motivation von Anita und Martin war auch nicht mehr so groß und daher waren wir uns einig und steuerten anstatt das Steinmandl gleich dasPhoto 14.03.15 17 52 15 Grünhorn beziehungsweise eigentlich das Starzeljoch an. Der Plan war von dort aus direkt nach Baad abzufahren. Welch eine glückliche Fügung, dass am Joch  ein Wegweiser mit der Aufschrift “Grünhorn (20Min)” stand und das in Pfeilrichtung auch schon ein Spur lag. Dem konnte sich auch Anita nicht entziehen und so gingen wir noch gemeinsam Richtung Gipfel. Der Weg dahin sollte wirklich nur bei sehr sicheren Verhältnissen gegangen werden, da er direkt unter Wächten und entlang von Lawinen-Anrissstellen führt. Gegen 15:30 Uhr waren wir dann erschöpft aber sehr glücklich auf dem Grünhorn und gegen 16 Uhr ging es in teilweise sehr schönen Firn zurück nach Baad, um in den letzten Sonnenstrahlen noch einen Kaiserschmarrn geniessen zu können.

Fazit: Nicht ganz so crazy, dafür umso schöner.

 

michi • 14. März 2015


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